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Veranstaltungen


70. Jahrestag der Reichspogromnacht
14/11/2008 - 14/11/2008 - 00 - Saarbrücken

Am 9. November jährt sich die Reichspogromnacht zum 70. Mal. In dieser Nacht auf den 10. November 1938 fanden im Deutschen Reich erste groß angelegte Ausschreitungen der Nazis gegen die Juden statt. Fast alle Synagogen wurden angezündet oder zerstört, dabei wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Tod getrieben, 30.000 verhaftet, wobei nochmals Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen in den Konzentrationslagern starben. Viele jüdische Friedhöfe wurden geschändet und Geschäfte, die Juden gehörten, geplündert.

Anlässlich dieses Gedenktages haben wir, fünf kulturelle Institutionen im Nauwieser Viertel, uns zusammengetan, um gemeinsam an die Vertreibung und Ermordung von Millionen Menschen zu erinnern. In Begegnungen mit ZeitzeugInnen, anhand von Texten, Musik und Filmen möchten wir die heute unfassbare politische und gesellschaftliche Entwicklung von damals konkret vor Augen führen.

 

31. Oktober, 16.00 Uhr

Veranstaltungsraum N.N., Kultur- und Werkhof Nauwieser 19

Eröffnung durch die Schirmherrin OB Charlotte Britz
Einführung ins Thema von Dr. Ralph Schock, Saarländischer Rundfunk

Jugendliche aus dem DAJC ergänzen das Programm durch ihre selbst geschriebenen Raps. In ihren Texten greifen die Jugendlichen Themen aus ihrer Lebenswelt auf und präsentieren sie in “ihrer” Sprache.

 

31. Oktober bis 13. November, Eröffnung am 31. Oktober, 16.00 Uhr
Veranstaltungsraum N.N., Kultur- und Werkhof Nauwieser 19

Die Flucht nach Europa
Ausstellung von Amnesty International

Die Ausstellung Flucht nach Europa zeigt die Menschenrechtsverletzungen gegenüber Flüchtlingen an den Europäischen Außengrenzen. Allein im Mittelmeer sind in den letzten zehn Jahren über 10.000 Flüchtlinge ums Leben gekommen.

Szenarien gegen Diskriminierung - Kurzfilmreihe während der Ausstellung
Diese zehn kleinen Filme haben eine große Botschaft. Sie wurden in einem Wettbewerb sozialer Einrichtungen in Frankreich, die ein Zeichen gegen gesellschaftliche Diskriminierung setzen möchten, als die besten Filme ausgewählt. Die Filme arbeiten nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern regen zum Nachdenken und auch mal zum Schmunzeln an.

Öffnungszeiten von Ausstellung und Kurzfilmen:
Montag bis Freitag 15–18 Uhr
Samstag, 8. November 15–18 Uhr

Für Gruppen und Schulklassen können besondere Termine vereinbart werden. Infos beim DAJC unter 0681 33 275.
Veranstalter: DAJC

 

2. November, 20.00 Uhr, Theater im Viertel

Politische Lieder
unter anderem von Hanns Eisler und Bertolt Brecht, interpretiert von dem ini-art ensemble.
Mit Katharina Bihler Stimme, Wollie Kaiser, Hartmut Oßwald Holzblasinstrumente, Frank Jacob Gitarre, Stefan Scheib Kontrabaß
Die mit der Machtergreifung der Nazis einhergehende nicht nur kulturelle Verrohung entzog wesentlichen Teilen der deutschen Künstler den Existenzboden. Viele von nationalsozialistischer Verfolgung bedrohte Menschen flüchteten in die Emigration. Ein (Aus-)Weg, der auch Bertolt Brecht und Hanns Eisler nicht erspart blieb.
Grundlage des Konzertes sind im wesentlichen Lieder, die Brecht und Eisler während Ihrer Emigrationszeit in den USA schufen. Das ini-art ensemble setzt die Vorlagen dem ihm eigenen kulturellen bzw. künstlerischen Kontext aus und beschränkt sich nicht auf Replikationen. Nicht zuletzt, um die Aktualität und die Notwendigkeit zur Wachheit zu
unterstreichen!

Veranstalter: TiV

 

4. November, 20.00 Uhr, kino achteinhalb

Verzeihen ja, vergessen nie
Die deutschsprachige Minderheit in Belgien

Dokumentarfilm von Dietrich Schubert, D 1994, 90 Min

Der Film erzählt die wechselvolle Geschichte der deutschsprachigen Minderheit in Belgien. Nach über hundertjähriger preußischer Herrschaft kamen die heutigen belgischen Ostkantone Eupen, Malmedy und St. Vith nach dem ersten Weltkrieg erstmals zu Belgien. Nach der Invasion 1940 war dieses Gebiet mit dem deutschen Reich zwangsvereinigt – bis zur Befreiung durch die Amerikaner 1944. Während der mehrfachen Grenzverschiebungen schwankte das Verhalten der Menschen zwischen Kollaboration, Opportunismus und Widerstand. Die Konflikte zwischen den prodeutsch und probelgisch eingestellten Bewohnern hinterließen tiefe Risse in den Familien.
Anschließend Diskussion mit dem Regisseur.

Auf Anfrage tagsüber für Schulklassen und Jugendgruppen.

Veranstalter: Saarländisches Filmbüro e.V

 

5. November, 17.00 Uhr, kino achteinhalb, 7. November, 20.00 Uhr, kino achteinhalb

Drachenläufer
USA 2007, Regie: Marc Forster, 122 Min

Filmvorstellung für Jugendliche, am 5. November mit anschließender Diskussion

Erfolgsregisseur Marc Forster (Monster’s Ball, Wenn Träume fliegen lernen) erweckt Khaled Hosseinis gefeierten Bestseller Drachenläufer zu bewegendem Leinwandleben. Der Film erzählt in einem packenden Drama über Freundschaft und Familie, Schuld und Sühne, von der Verknüpfung persönlicher und politischer Geschichte. In einer Rückblende entwirft er die Entwicklung eines Mannes, der mit seinem Vater als Heranwachsender nach dem Einmarsch der Russen aus Angst vor politischer Verfolgung ins amerikanische Exil flieht und dort ein neues Leben aufbaut.

Neben dem Blick auf das Leben afghanischer Einwanderer in der neuen Welt und ihrem Lavieren zwischen überlieferten Werten und schockierender Modernität zeichnet er die wechselhafte Geschichte Afghanistans nach, seit 30 Jahren ein geschundenes und von Krisen geschütteltes Land.

Veranstalter: kino achteinhalb und DAJC

 

6. November, 16.00 Uhr, Deutsch-Ausländischer Jugendclub

Erzählcafé mit ZeitzeugInnen und Jugendlichen
Viele Projekte mit Jugendlichen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass, wenn es um die Vermittlung der Lehren aus den zwölf Jahren deutscher Nazi-Diktatur geht, Gespräche mit ZeitzeugInnen intensiver nachgewirkt haben als das oftmals trockene Lernen aus Büchern. Einem Menschen gegenüber zu sitzen, der in jener Zeit selbst Jugendlicher war und auf alle Fragen antworten kann und es auch tut, macht die Geschehnisse von damals greifbarer. Das menschliche Leid, das viele der Zeitzeugen erfahren mussten, kann in einem Dialog intensiver und wahrhaftiger vermittelt werden. Die Unvorstellbarkeit des Grauens wird durch die Anwesenheit eines Zeitzeugen erfahrbar.

Moderation: Jürgen Albers
Veranstalter: TiV und DAJC

 

6. und 7. November, 20.00 Uhr, Theater im Viertel

Mutters Courage
Schauspiel von Georges Tabori. Mit Gabriele Bernstein, Gerrit Bernstein und Ingo Fromm

Elsa Tabori wurde zusammen mit vielen anderen ungarischen Juden zusammengetrieben, um von Budapest nach Auschwitz deportiert zu werden. Schicksalhaft und durch eine überaus mutige Entscheidung im richtigen Moment, gelingt es Frau Tabori, der Hölle um Haaresbreite zu entkommen. Die Unerbittlichkeit, das nicht Vorhersehbare und der jüdische Humor sind die besonderen Merkmale dieser außergewöhnlichen Geschichte des virtuosen Dramatikers und Erzählers Tabori.

Diese Produktion spricht Jugendliche auf sehr hoher literarischer und ebenso auf humoristischer Ebene an. Tabori erzählt aus der Sicht eines Jugendlichen, wie seine Mutter dem NS-Regime Widerstand leistete. Wichtig für das Stück und für Jugendliche ist, dass die Rolle des Erzählers nicht von einem Erwachsenen, sondern von einem Jugendlichen gespielt wird.
Veranstalter: TiV

 

8. November, 20.00 Uhr, Theater im Viertel

Global shtetl Band
Die Mitglieder der Global Shtetl Band haben sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition der Jüdischen Musik ins neue globalisierte Jahrtausend zu bringen, speziell die Musik der abertausend Juden, die nach NY, Miami, Havanna und Buenos Aires ins Exil flüchteten. Dort verschmolz ihre Musik mit der Musik Lateinamerikas. Rumba, Salsa, Mambo und andere Rhythmen vermischten sich mit osteuropäischen Melodien. Lebensfreude, Tanz, Leidenschaft und Rhythmus ist genau die Mischung, die heute auch wieder die Jugend begeistert. Heute nennt man diese Art Musik Ethno-Pop.
Veranstalter: TiV

 

10. November, 20.00 Uhr, Theater im Viertel

Lesung
ausgewählte Texte aus Berthold Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches und Thomas Bernhards Heldenplatz mit Professor Norbert Gutenberg, Sprechwissenschaftler
an der Universität des Saarlandes

Speziell in diesen Texten von Brecht und Bernhard wird aufgezeigt, wie es zum NS-Regime in Deutschland kommen konnte. Bei Brecht wird insbesondere in kleinen Spielszenen gezeigt, wie schon Kinder und Jugendliche den Verführungen der Nazi-Propaganda verfallen. Thomas Bernhardt widmet sich in seinem Buch auch diesem speziellen Thema.
Hier soll Jugendlichen gezeigt werden, wie auch heute noch die Macht der Medien von menschenverachtenden Systemen missbraucht werden kann.

Veranstalter: TiV

 

11. November, 20.00 Uhr, kino achteinhalb

Heim ins Reich
Dokumentarfilm von Claude Lahr, L 2004, 120 Min

1940 fiel die deutsche Wehrmacht in Luxemburg ein. Für die Luxemburger begann damit ein langer Leidensweg. Mehr als vier Jahre lang war das Land von den Nationalsozialisten besetzt, die der Unabhängigkeit des Großherzogtums ein Ende machen und Luxemburg ins Deutsche Reich eingliedern wollten.

Die Zeit der Unterdrückung hat bis heute in der Luxemburger Gesellschaft tiefe Narben hinterlassen. Nicht alle Luxemburger waren gegen die Nazis. Auch hier gab es Kollaborateure. Daneben gab es aber auch eine Reihe Menschen, deren Entscheidung nicht selbstverständlich war und uns noch heute Respekt abverlangt: Sie leisteten aktiv Widerstand, um die Luxemburger zur Opposition zu ermutigen.

Anschließend Diskussion mit dem Regisseur Claude Lahr.
Auf Anfrage tagsüber für Schulklassen und Jugendgruppen.
Veranstalter: Saarländisches Filmbüro

 

12. November, 17.00 Uhr
Veranstaltungsraum N.N., Kultur- und Werkhof Nauwieser 19
Stoppt das Sterben
Vortrag und Diskussion zur Situation an den europäischen Außengrenzen

Menschen suchen in Europa Schutz vor Verfolgung, Krieg und unhaltbaren Lebensbedingungen. An den europäischen Außengrenzen sterben Tausende von Menschen. Das Mittelmeer und der Atlantik vor der westafrikanischen Küste sind zu Massengräbern geworden. Die menschenrechtswidrigen Einsätze der EU-Grenzschutzagentur Frontex (Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen) missachtet geltendes Flüchtlingsrecht und die Menschenrechte. In internationalen Gewässern, zum Teil auch in den Territorialgewässern von Herkunfts- und Transitstaaten, werden Flüchtlingsboote verfolgt und zurückgedrängt. Schutzbedürftige Flüchtlinge, die keinen anderen Weg haben, um Asyl in der EU zu beantragen, lassen dabei ihr Leben.

Wir informieren auf dieser Veranstaltung über die Situation an den Grenzen und rufen zur Unterstützung der von Pro Asyl initiierten Kampagne Stoppt das Sterben auf.

Referent: Rechtsanwalt Bernhard Dahm, Vertreter des Saarländischen Flüchtlingsrats e.V. und saarländischer Vertreter bei Pro Asyl.
Veranstalter: DAJC

 

14. November, 19.00 Uhr, Café Exodus

Reichspogromnacht? – Häh?!
Der AK Film des Café Exodus zeigt einen Podcast, der sich inhaltlich mit Fragen zum Nationalsozialismus und dem Stellenwert dieser Epoche bei Jugendlichen beschäftigt. Im Anschluss daran sind alle Beteiligten zur Diskussion eingeladen. Auf Basis der sich im Rahmen der Dreharbeiten ergebenden Fragestellungen wird entschieden, welche Experten zur Diskussion eingeladen werden. Ein möglicher Ansprechpartner wird das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) im Saarland sein.
Veranstalter: Café Exodus

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms “Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie”.

Wir danken den UnterstützerInnen:
Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend
Regionalverband Saarbrücken
Patton Pluczyk Stiftung
Landeshauptstadt Saarbrücken

 

 



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