Filmwerkstätten aktuell

Filmwerkstatt Montag, 14. Mai, 20.00 Uhr, kino achteinhalb mit GUTLAND

Andreas Lenhard (Moderation), Leo Folschette (Darsteller), Govinda Van Maele (Regie), v. links


und mit Uschi Schmidt-Lenhard (Moderation)

Auf Einladung des Saarländischen Filmbüros ist der Luxemburger Regisseur Govinda Van Maele am 14. Mai um 20.00 Uhr zu Gast im kino achteinhalb, Nauwieser Straße 19, 66111 Saarbrücken.
Govinda Van Maele zeigt seinen Film GUTLAND.
Nach der Aufführung Filmgespräch mit Uschi Schmidt-Lenhard und Andreas Lenhard.

GUTLAND
Lux/B/D 2017, R u B: Govinda Van Maele, K: Narayan Van Maele, Sch: Stefan Stabenow, M: Mocke, D: Frederick Lau, Vicky Krieps, Marco Lorenzini, Leo Folschette, Gerard Blaschette, Irina Blanaru, FSK: 12, 107 Min

Ein Filmtrailer unter diesem Link

Ein Deutscher namens Jens flüchtet nach einem bewaffneten Überfall in ein kleines luxemburgisches Dorf. Er behauptet, auf der Suche nach Saisonarbeit zu sein, jedoch neigt sich die Erntezeit bereits dem Ende zu. Er bleibt erfolglos. Lucy, Tochter des Bürgermeisters, die er am Abend in der Dorfkneipe kennenlernt, macht ihm Avancen und geht mit ihm ins Bett. Am nächsten Morgen bekommt er einen Job angeboten.
Während Jens seine Arbeit macht und langsam eine intensivere Beziehung zu Vicky aufbaut, droht ihn seine Vergangenheit einzuholen. Aber auch die Dorfbewohner haben offensichtlich dunkle Geheimnisse, die sich bruchstückhaft offenbaren. Und während Jens sich weiter und weiter in das Dorfleben integriert, verändert er sich. (dejavu-film.de)

„Langsam lebt sich Jens in Schandelsmillen ein und auch seine Beziehung zu Lucy wird intensiver, doch die teils aufdringlich freundlichen Dorfbewohner hält er stets auf Abstand, immer in Sorge, seine finstere Vergangenheit könnte entdeckt werden. Doch bald stellt er fest, dass auch einige seiner Nachbarn ihre dunklen Geheimnisse haben.“ (filmstarts.de)

„Der Ursprung für diese Geschichte findet sich in meiner Kindheit im ländlichen Luxemburg: Erinnerungen an endlos lange Sommer, die rustikale Schönheit des Bauernlebens – gefärbt durch den gelegentlichen, flüchtigen Blick in eine dunklere Welt, welche Kindern normalerweise verborgen bleibt. Es ist dieses eigenartige Gefühl aus Melancholie und Furcht, sowohl schön als auch zutiefst verstörend, das den Ausgangspunkt zu GUTLAND bildet.“ (Govinda Van Maele, Filmfestival Max Ohpüls Preis Katalog 2018)

In der Reihe „Filmwerkstatt“ lädt das Saarländische Filmbüro e.V. in Zusammenarbeit mit dem kino achteinhalb Filmschaffende aus der (Groß-) Region ein, ihre Filme zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

Das Saarländische Filmbüro bedankt sich beim Filmfund Luxemburg für die Unterstützung der Veranstaltung!
Die Reihe Filmwerkstatt wird gefördert von der Saarland Medien.


Erster Filmwerkstatt-Abend 2018: Mittwoch, 21. Februar, 20.00 Uhr, kino achteinhalb

Michael Strauss, Matthias Segner und Ute Biedinger sind auf Einladung des Saarländischen Filmbüros zu Gast im kino achteinhalb, Nauwieser Straße 19, 66111 Saarbrücken. Sie zeigen zwei gemeinsam realisierte Filme aus den Jahren 1989 und 1991 und stehen im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung.

DADRAMA
D 1989, eine Teamarbeit von Michael Strauss (Kamera u. Idee), Matthias Segner (Musik u. Ton), Ute Biedinger (Schnitt). Akteure: Theater an der Ruhr, P: Strauss/Segner, Hexadventure Event 1989, 4 Min.
DADRAMA ist ein Kurzfilm ohne gesprochene Worte. Musik ist das bestimmende Moment für den Rhythmus der Bildmontage. „Theater lebt“, dabei meint die universelle Botschaft Theater als Spiegel unserer Zeit, Theater als wachsendes Moment im Alltagsleben. Die spezifische Bedeutung weist auf die Zukunft des Theaters bei der Suche nach neuen, visuellen Darstellungsformen. Die Zukunft hat schon begonnen. Robert Ciullis „Theater der Bilder“ geht neue Wege. Aus diesem Stoff baut der Film eine Collage von Porträts, die Träume und Phantasien vorführen. Szenen, in denen Personen sich repräsentieren als Allegorien. Musik, die Muster orientalischer und occidentaler Welt verbindet.

THE LORD OF CHESSBOARD – PORTRÄT DES KÜNSTLERS CLAUDE JATÉ
D 1991, Regie: Matthias Segner, Michael Strauss, Ute Biedinger, 50 Min
Das filmische Porträt will eine Annäherung an die „Kunstwelt“ des in Saarbrücken lebenden Malers und Aktionskünstlers Claude Jaté wagen. Der Film ist gleichsam eine Spurensuche nach Wahrheiten, in dem was Claude sagt und tut. Im Mittelpunkt stehen ehrliche Antworten, die Auseinandersetzung mit Gefühlen und Ängsten eines in unserer schon von apokalyptischem Licht berührten Welt  arbeitenden Künstlers. Im Prolog erklärt Claude Jaté die beiden Farben Blau und Weiß zu Symbolen für zwei grundsätzliche Gefühlszustände: Blau – die reale Außenwelt, mit all ihren Zwängen, der Not der Duldsamkeit; Weiß, die (innere) Freiheit des Künstlers, die Freiheit, sich zu artikulieren.
Was Jaté mitzuteilen hatte, wurde über den Zeitraum eines Jahres (1991) dokumentiert, teils der authentischen Situation entnommen, teils (nach)inszeniert.

In der Reihe „Filmwerkstatt“ lädt das Saarländische Filmbüro e.V. in Zusammenarbeit mit dem kino achteinhalb Filmschaffende aus der (Groß-) Region ein, ihre Filme zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.


Die 102. Filmwerkstatt:
Von Bogotá nach Kleinblittersdorf. Videogeschichte der Barrero Geschwister.

21. September 2017 · 20:00 Uhr, Kino Achteinhalb, Nauwieser Straße 19, Saarbrücken

Camilo, Kulturwissenschaftler und ehemaliger Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und Alejandra, Politologin und Gründerin des Latino Vereins Dream Corner e.V., präsentieren ihr soziales Engagement anhand ihrer cinematographischen Arbeit.
Tausende Kilometer haben beide Geschwister aus der 10 Millionen Metropole zurückgelegt, um ihre Heimat im Saarland zu finden. Seit ihrer Kindheit war die Kamera ein Werkzeug, um Geschichten zu erzählen.
Camilo hat im Laufe der Zeit Erfahrung im Medienbereich gesammelt; durch eigene Projekte und die Gründung seines eigenen Sozialunternehmens und Filmproduktionsfirma. Besonders viel Erfahrung hat Camilo mit dem Filmregisseur Michael Koob, dem Theaterregisseur Martin Haberstroh und seiner Arbeit bei dem Eventmanagement mit dem Filmregisseur Hagen Gottschalk beim Max-Ophüls-Festival gesammelt. Alejandra lernte als Fernsehproduzentin in ihrem Heimatland insbesondere im Bereich Politik im Parlament. Für beide Geschwister ist es klar, dass sie mit dem Thema Filme verbunden sind- eine Stimme geben für diejenigen, die keine haben. Während sie sich selbst in einer neuen Gesellschaft integrieren sollten, haben sie sich zusammen sozial engagiert und andere Initiativen mit ihrer Kunst unterstützt. Diese Arbeit wurde mehrmals anerkannt, u.a. von der europäischen Kommission, Créajeune, dem Willkommenspreis des Familienministeriums und den Bandsalat Café Exodus.
(Camilo Barrero).
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Die 101. Filmwerkstatt
Im Gespräch: Der Konzeptkünstler Alexander Karle. Videoarbeiten
14. Juni 2017, 20.00 Uhr, kino achteinhalb, Nauwieser Straße 19, Saarbrücken

Am Anfang war das Licht, eine High 8 Kamera und ein Skateboard. So fing Alexander Karle vor 15 Jahren an, die Welt durch die Linse zu betrachten und festzuhalten und hat dieses Werkzeug, zwar mit
Unterbrechungen, nie wieder losgelassen. Über sein erstes Filmprojekt, einem Skateboardvideo „rolllust“, kam das Interesse für den öffentlichen Raum und dem Wunsch, mit dem Leben darin bildnerisch zu arbeiten. So entstanden eine Vielzahl unterschiedlicher Videoarbeiten, deren roter Faden sich mehr in der Form als im Inhalt finden lässt und deren Anspruch stets war und nach wie vor ist, mit einfachen Mitteln zu arbeiten und fast gänzlich ohne Effekte im Schnitt auszukommen. So mündet dies konsequent in den letzten Jahren immer mehr dahin, dass er seine eigene Person als Hauptarbeitsmaterial nutzt und diese performativen Interventionen als One Take zeigt. Da er seine Videoarbeiten sonst im Ausstellungskontext verankert und nur kryptisch verbal vermittelt, ist es für ihn eine besondere Freunde, die Einladung anzunehmen und einen Überblick seiner Videokunst gemeinsam mit dem Publikum zu sehen und zu besprechen.

Der Abend wird moderiert von dem Medienkünstler Volker Schütz.


Die 100. Filmwerkstatt!
8. Juni 2017, 20:00 Uhr, Kino Achteinhalb Saarbrücken
„Eduard Zuckmayer – Ein Musiker in der Türkei“
Dokumentarfilm von Barbara Trottnow.
Im Anschluss Filmgespräch mit der Regisseurin Barbara Trottnow und dem Kameramann Jonas Trottnow

Eduard Zuckmayer emigrierte 1936 in die Türkei, weil die Nazis ihm Berufsverbot erteilt hatten. Auf Wunsch von Atatürk baute er in Ankara die Musikausbildung auf. Er blieb bis zu seinem Tod 1972 und ist in der Türkei noch heute ein bekannter und geschätzter Mann. Der Film sucht nach den Spuren, die er dort hinterlassen hat.
Geboren wurde Eduard Zuckmayer 1890 in Nackenheim bei Mainz, er ist der ältere Bruder des Schriftstellers Carl Zuckmayer. Sein musikalisches Talent wurde bereits in Kindertagen deutlich. Er begann eine erfolgreiche Karriere als Pianist, verlagerte aber schon in Deutschland seinen Schwerpunkt auf die Musik- pädagogik. In der Türkei weckte er das Interesse an klassischer, westlicher Musik, legte aber auch viel Wert darauf, Musik allen Teilen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Er übersetzte deutsche Volkslieder ins Türkische und arrangierte türkische Stücke mehrstimmig.
In Ankara leben noch ehemalige Studenten von ihm, die erzählen, wie er sie gefördert hat, aber auch wie er gelebt hat. Seine Tochter Michele berichtet von ihrer Kindheit in Ankara und Edzard Reuter, ehem. Mercedes Manager, schildert seine Erinnerungen an Eduard Zuckmayer und die damalige Zeit, er war mit seiner Familie bis 1946 in Ankara im Exil.
Im Mittelpunkt des Films aber stehen Musikprojekte, die weiter in der Tradition von Eduard Zuckmayer arbeiten, und ein Besuch an der Gazi Universität in Ankara, seiner Wirkungsstätte. Der Film fragt auch danach, wie gut er integriert war.