21.9.: Filmwerkstatt

Die 102. Filmwerkstatt:
Von Bogotá nach Kleinblittersdorf. Videogeschichte der Barrero Geschwister.

21. September 2017 · 20:00 Uhr, Kino Achteinhalb, Nauwieser Straße 19, Saarbrücken

Camilo, Kulturwissenschaftler und ehemaliger Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und Alejandra, Politologin und Gründerin des Latino Vereins Dream Corner e.V., präsentieren ihr soziales Engagement anhand ihrer cinematographischen Arbeit.
Tausende Kilometer haben beide Geschwister aus der 10 Millionen Metropole zurückgelegt, um ihre Heimat im Saarland zu finden. Seit ihrer Kindheit war die Kamera ein Werkzeug, um Geschichten zu erzählen.
Camilo hat im Laufe der Zeit Erfahrung im Medienbereich gesammelt; durch eigene Projekte und die Gründung seines eigenen Sozialunternehmens und Filmproduktionsfirma. Besonders viel Erfahrung hat Camilo mit dem Filmregisseur Michael Koob, dem Theaterregisseur Martin Haberstroh und seiner Arbeit bei dem Eventmanagement mit dem Filmregisseur Hagen Gottschalk beim Max-Ophüls-Festival gesammelt. Alejandra lernte als Fernsehproduzentin in ihrem Heimatland insbesondere im Bereich Politik im Parlament. Für beide Geschwister ist es klar, dass sie mit dem Thema Filme verbunden sind- eine Stimme geben für diejenigen, die keine haben. Während sie sich selbst in einer neuen Gesellschaft integrieren sollten, haben sie sich zusammen sozial engagiert und andere Initiativen mit ihrer Kunst unterstützt. Diese Arbeit wurde mehrmals anerkannt, u.a. von der europäischen Kommission, Créajeune, dem Willkommenspreis des Familienministeriums und den Bandsalat Café Exodus.
(Camilo Barrero).
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Die 101. Filmwerkstatt
Im Gespräch: Der Konzeptkünstler Alexander Karle. Videoarbeiten
14. Juni 2017, 20.00 Uhr, kino achteinhalb, Nauwieser Straße 19, Saarbrücken

Am Anfang war das Licht, eine High 8 Kamera und ein Skateboard. So fing Alexander Karle vor 15 Jahren an, die Welt durch die Linse zu betrachten und festzuhalten und hat dieses Werkzeug, zwar mit
Unterbrechungen, nie wieder losgelassen. Über sein erstes Filmprojekt, einem Skateboardvideo „rolllust“, kam das Interesse für den öffentlichen Raum und dem Wunsch, mit dem Leben darin bildnerisch zu arbeiten. So entstanden eine Vielzahl unterschiedlicher Videoarbeiten, deren roter Faden sich mehr in der Form als im Inhalt finden lässt und deren Anspruch stets war und nach wie vor ist, mit einfachen Mitteln zu arbeiten und fast gänzlich ohne Effekte im Schnitt auszukommen. So mündet dies konsequent in den letzten Jahren immer mehr dahin, dass er seine eigene Person als Hauptarbeitsmaterial nutzt und diese performativen Interventionen als One Take zeigt. Da er seine
Videoarbeiten sonst im Ausstellungskontext verankert und nur kryptisch verbal vermittelt, ist es für ihn eine besondere Freunde, die Einladung anzunehmen und einen Überblick seiner Videokunst gemeinsam mit dem Publikum zu sehen und zu besprechen.

Der Abend wird moderiert von dem Medienkünstler Volker Schütz.


Die 100. Filmwerkstatt!
8. Juni 2017, 20:00 Uhr, Kino Achteinhalb Saarbrücken
„Eduard Zuckmayer – Ein Musiker in der Türkei“
Dokumentarfilm von Barbara Trottnow.
Im Anschluss Filmgespräch mit der Regisseurin Barbara Trottnow und dem Kameramann Jonas Trottnow

Eduard Zuckmayer emigrierte 1936 in die Türkei, weil die Nazis ihm Berufsverbot erteilt hatten. Auf Wunsch von Atatürk baute er in Ankara die Musikausbildung auf. Er blieb bis zu seinem Tod 1972 und ist in der Türkei noch heute ein bekannter und geschätzter Mann. Der Film sucht nach den Spuren, die er dort hinterlassen hat.
Geboren wurde Eduard Zuckmayer 1890 in Nackenheim bei Mainz, er ist der ältere Bruder des Schriftstellers Carl Zuckmayer. Sein musikalisches Talent wurde bereits in Kindertagen deutlich. Er begann eine erfolgreiche Karriere als Pianist, verlagerte aber schon in Deutschland seinen Schwerpunkt auf die Musik- pädagogik. In der Türkei weckte er das Interesse an klassischer, westlicher Musik, legte aber auch viel Wert darauf, Musik allen Teilen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Er übersetzte deutsche Volkslieder ins Türkische und arrangierte türkische Stücke mehrstimmig.
In Ankara leben noch ehemalige Studenten von ihm, die erzählen, wie er sie gefördert hat, aber auch wie er gelebt hat. Seine Tochter Michele berichtet von ihrer Kindheit in Ankara und Edzard Reuter, ehem. Mercedes Manager, schildert seine Erinnerungen an Eduard Zuckmayer und die damalige Zeit, er war mit seiner Familie bis 1946 in Ankara im Exil.
Im Mittelpunkt des Films aber stehen Musikprojekte, die weiter in der Tradition von Eduard Zuckmayer arbeiten, und ein Besuch an der Gazi Universität in Ankara, seiner Wirkungsstätte. Der Film fragt auch danach, wie gut er integriert war.