LETsDOK

Auch im Saarland! Dokumentarfilme zeigen diverse Perspektiven, vielfältige Haltungen und haben einen gesellschaftlichen Auftrag. Dokumentarfilme wollen gesehen werden – auf der großen Leinwand, mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Dafür stehen die bundesweiten Dokumentarfilmtage LETsDOK seit 2020. 2022 finden sie vom 11. – 18. September statt. Einige Veranstaltungen im Saarland stehen bereits fest.

Übersicht

11.09.2022 11:00 Uhr, Völklinger Hütte, “Losers and Winners – Arbeit gehört zum Leben”, Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken
11.09.2022 15:00 Uhr, Völklinger Hütte, “We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden”, Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken
14.09.2022 20:00 Uhr, SoHo Eventlocation St. Ingbert, Kurzfilme des Bundesfestivals Junger Film
14.09.2022 16:30 Uhr, Thalia Lichtspiele Bous, “Mein fremdes Land”, Regie: Johannes Preuß, Marius Brüning
14.09.2022 20:00 Uhr, Thalia Lichtspiele Bous, “Mein fremdes Land”, Regie: Johannes Preuß, Marius Brüning
15.09.2022 19:00 Uhr, Kinowerkstatt St. Ingbert, “18+ Deutschland”, Regie: Lukas Ratius & Philipp Majer
15.09.2022 19:00 Uhr, Kinowerkstatt St. Ingbert, “Verschiedene Arten der Liebe”, Regie: Sarah Moll
16.09.2022 19:00 Uhr, kino achteinhalb Saarbrücken, “Lost in Face”, Regie: Valentin Riedl
16.09. bis 18.09.2022, NN Nauwieser 19, Ausstellung mit Bildern von Carlotta (“Lost in Face”)

17.09.2022 20:00 Uhr kino achteinhalb Saarbrücken, “Lost in Face”, Regie: Valentin Riedl
17.09.2022 20:00 Uhr Lichtspiele Wadern, “Auf Tour – z’Fuaß”, Regie: Walter Steffen
18.09.2022 18:00 Uhr Lichtspiele Wadern, “Namaste Himalaya”, Regie: Michael Moritz

11.9.2022 Völklinger Hütte, “Arbeitswelten – gestern, heute, morgen”

7000 Stellen bei Ford im Saarland sind massiv gefährdet – 7000 Einzelschicksale. Wir wollen am Tag des Denkmals auf dem Gelände der Völklinger Hütte einen Blick auf Arbeitswelten werfen. Die Filmschaffenden Michael Loeken & Ulrike Franke beschäftigen sich seit vielen Jahren in ihren Dokumentarfilmen mit den Themen Strukturwandel und Industriekultur.

11:00 Uhr: “Losers and Winners – Arbeit gehört zum Leben”, 96 Min, 2006, Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken

Mitten im Ruhrgebiet ist der berühmte „Pulsschlag aus Stahl“ verstummt. Kaum merklich erobert die Natur sich Hallen und Industrieanlagen zurück, die Förderbänder stehen still, die Kühltürme sind leer – nach nur acht Jahren Betriebszeit wurde die 1,3 Milliarden DM teure, hypermoderne Kokerei Kaiserstuhl im Dezember 2000 stillgelegt. Eine chinesische Firma kauft die Kokerei mitsamt aller Pläne, um sie in Einzelteilen nach China zu verschiffen und dort wieder aufzubauen. Der Film dokumentiert die Demontage einer gigantischen Industrieanlage und die Geschichten entlang des Verschwindens: Wie die Koker im Pott Ankunft und Arbeitsweise der Chinesen erleben, was sie fühlen, wenn sie mit der modernsten Kokerei der Welt auch ihren Stolz schwinden sehen, aber auch die Belastungen und Konflikte in der 60-Stunden-Woche der chinesischen Arbeiter fernab ihrer Heimat und ihrer Familien, zwischen Zukunftseuphorie und Zweifeln.

Im Anschluss Gespräch mit den Regisseur:innen.

15:00 Uhr: “WE ARE ALL DETROIT – VOM BLEIBEN UND VERSCHWINDEN”, 118 Min., 2021, Regisseur:innen: Ulrike Franke, Michael Loeken

Ein Blick auf zwei weit entfernte Städte – Bochum und Detroit –, vor denen nach dem Weggang der Autoindustrie gigantischen Herausforderungen liegen. Die Industrie verschwindet, was bleibt sind die Menschen. Am Ende steht eine Reise in die Herzen der Bewohner beider Städte, die nach dem Ende des Industriezeitalters auf der Suche nach einer neuen Identität sind. Was sie trotz aller Unterschiede eint, ist das Verlangen nach einem würdevollen und glücklichen Leben.

Im Anschluss Gespräch mit den Regisseur:innen.

Eine Veranstaltung des Saarländischen Filmbüros in Kooperation mit der Saarland Medien GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes und dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger. Eintritt frei

SoHo Eventlocation St. Ingbert, 14.9.2022, 20.00 Uhr, Open air

Das Bundesfestival junger Film zeigt Open Air ausgewählte Kurzfilme aus den Wettbewerbsprogrammen der vergangenen fünf Jahre.

Eine Veranstaltung des Saarländischen Filmbüros in Kooperation mit der Saarland Medien GmbH, dem Bistro Soho und dem Bundesfestival junger Film. Unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger. Eintritt: frei

Thalia Lichtspiele Bous, 14.9.2022, 16:30 und 20:00 Uhr, “Mein fremdes Land”, 94 Min., 2021, Regie: Johannes Preuß, Marius Brüning

Im schwäbischen Mössingen bei Adoptiveltern aufgewachsen, sucht ein gebürtiger Bolivianer nun in den Bergen von Potosí nach seiner Familie. Seine Mutter musste ihn nach wenigen Monaten aufgrund ihrer Armut zur Adoption freigeben. Dabei geht seine Suche nach der Familie weit über sein persönliches Schicksal hinaus. Denn Manuel wurde in einer Region geboren, die für ihr Silbervorkommen und ihren rücksichtslosen Abbau des Edelmetalls bekannt ist. So geht es um Identität, Heimat und Chancengleichheit.

Eine Veranstaltung des Saarländischen Filmbüros in Kooperation mit der Saarland Medien GmbH und Rollenwechsel – Kirche im Kino

Kinowerkstatt St. Ingbert, 15.09.22, 19:00 Uhr, “18+ Deutschland”, Regie: Lukas Ratius & Philipp Majer

Doha, Jakob, Erik, Laura und Yannick. Fünf junge Menschen mit deutschem Pass. Sie leben in ganz verschiedenen Regionen und sind in sehr unterschiedlichen Lebenswelten zuhause. Ihre Gemeinsamkeit: Alle sind 18 oder nur wenig älter. Der Film „18+ Deutschland“ begleitet die Protagonistinnen und Protagonisten über einen Zeitraum von einem Jahr und schaut ihnen im Alltag bei den ersten Schritten des Erwachsenwerdens zu. Was erwarten diese jungen Menschen der Generation Z? Was bewegt sie, wovon träumen sie, wovor haben sie Angst? Und was halten sie von dem Staat, in dem sie leben?

Kinowerkstatt St. Ingbert, 15.09.22, 19:00 Uhr, “Verschiedene Arten der Liebe”, Regie: Sarah Moll

76 Jahre lang hütete Lore Krajewski, meine Großmutter, ein Geheimnis. Eine Holzschatulle voller Liebesbriefe, die sie mir am Ende ihres Lebens anvertraute“, erzählt die Filmemacherin Sarah Moll. Die Regisseurin begibt sich zusammen mit ihrer fast 100 jährigen Großmutter auf die Suche nach Spuren ihrer bewegten Vergangenheit. Über privates Archivmaterial, Fotos, Briefauszüge, Tagebucheinträge und Zwiegespräche der Autorin und ihrer Großmutter öffnet der bewegende Dokumentarfilm den Blick auf das weibliche Rollenbild eines ganzen Jahrhunderts.

Eine Veranstaltung des Saarländischen Filmbüros in Kooperation mit der Saarland Medien GmbH, der Kinowerkstatt St. Ingbert und dem Saarländischen Rundfunk. Unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger.

kino achteinhalb Saarbrücken, 16.9.2022, 19:00 Uhr und 17.9.2022, 20:00 Uhr, “Lost in Face”, Regie: Valentin Riedl | Ausstellung mit Bildern von Carlotta

Carlotta leidet seit ihrer Geburt an Prosopagnosie, Gesichtsblindheit. Sie kann keine Gesichter erkennen, nicht mal ihr eigenes Gesicht. Die Evolution hat in unseren Gehirnen hinter unserem rechten Ohr ein Areal angelegt, wo alle Gesichtsaspekte, der Abstand der Augen, die Breite des Mundes, die Bewegung der Mundwinkel verarbeitet und dann zu einem Gesicht zusammengesetzt werden. Carlotta sieht die einzelnen Elemente, kann sie aber nicht zu einer Einheit zusammenfügen. Sie sieht nur eine graue Fläche und viel schlimmer: sie sieht jedes Mal einen Fremden. Der Neurowissenschaftler Valentin Riedl porträtiert Carlotta und ihr Leben, das von Geburt an von diesem Defizit gekennzeichnet ist und für das sie in der bildenden Kunst ein Ventil für den gesellschaftlichen Ausschluss gefunden hat. Carlotta ist Künstlerin und malt am liebsten – Selbstporträts.

Im Anschluss laden wir zu einem Filmgespräch mit Carlotta und Valentin Riedl ein. Moderation: Carl Rolshoven.

Im NN Nauwieser 19 ist vom Freitag, 16.9. bis Sonntag, 18.9. eine den Film begleitende Ausstellung mit Bildern von Carlotta zu sehen. Wir laden am 16.9. nach der Filmvorführung um 21:00 Uhr, am 17.9. von 15:00 bis 20:00 Uhr und am 18.9. von 10:00 bis 13:00 Uhr zum Besuch ein.

Zur Ausstellung: Carlottas Suche nach dem Gesicht


Carlotta, Künstlerin, zeichnet Selbstporträts in völliger Dunkelheit. Ohne Augenkontrolle. Nur durch das haptische Erleben. Manche der Zeichnungen sehen aus wie Gesichter, andere nicht. Aber das stört Carlotta nicht. Denn sie ist Gesichtsblind. Und zeichnet immer weiter… Jede Zeichnung ist immer nur ein Versuch einer Annäherung, die ihr nicht gelingen kann.

Veranstaltungen des Saarländischen Filmbüros in Kooperation mit der Saarland Medien GmbH, der Nauwieser 19 und dem Kino Achteinhalb Saarbrücken. Unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger.

Lichtspiele Wadern, 17.9.22, 20:00 Uhr AUF TOUR – Z’FUAß und 18.9.22, 18:00 Uhr NAMASTE HIMALAYA

Auf Tour – z’Fuaß, Regie: Walter Steffen
„Auf Tour – Z’Fuaß“ ist ein Kino-Dokumentarfilm von Walter Steffen und Co-Regisseur & Kameramann Michael Baumberger. Kein Road- aber ein Wander-Movie, mit den beiden kongenialen Musikern Matthias Schriefl und Johannes Bär und ihrer abenteuerlich-verrückten Konzert-Tour zu Fuß von Andelsbuch, dem Geburtsort des einen im Bregenzer Wald, nach Maria Rain, dem Geburtsort des anderen im Oberallgäu, durch die Landschaften der Vorarlberger, Tiroler und Allgäuer Alpen im Corona-Sommer 2020. 8 Tage, 55 kg Instrumente in 2 Rucksäcken, cirka 200 Kilometer Fußweg, mehrere Tausend Höhenmeter, menschliche Begegnungen mit Hirten, Hüttenwirtinnen und -wirten, Sennerinnen und Sennern, mit Wanderern und anderen Musikant:innen, mit Kühen und Schafen. Dazu großartige Musik zwischen alpenländischer Tradition und Moderne, zwischen ironisiertem Schlager und virtuosem Jazz. Konzerte in Waldlichtungen, auf Almwiesen und Berggipfeln, vor Alphütten und auf Dorfplätzen. Die Musiker-Tournee wird im Film zu einer besonderen Pilgerwanderung durch die alpine Bergwelt mit tiefgehenden Erfahrungen, Freiheit und Lachen, Staunen, Begeisterung und gemeinschaftlichem Erleben. Dabei wird deutlich: Kultur und Live-Konzerte sind nicht nur systemrelevant, sie sind für uns Menschen so wichtig wie die Luft zum Atmen.

Namaste Himalaya, Regie: Anna Baranowski & Michael Moritz
Zum Ausbruch der Pandemie stranden die beiden Weltreisenden Anna und Michael in Nepal. Als das Land vom Lockdown überrascht wird und die Städte abriegelt, fliehen sie in die Berge. Am Fuß der Achttausender finden sie Zuflucht und ein Wellblech über dem Kopf. Im Dorf begrüßt man sie zunächst zynisch mit »Namaste Corona«, denn man fürchtet, die Globetrotter könnten das Virus im Gepäck haben. Doch als die Nahrung knapp wird und der Hunger einzieht, wächst der Zusammenhalt. Feldarbeiter:innen, Bettler:innen und Bergführer:innen werden ihre Freunde – und die beiden für fünf Monate Teil einer Schicksalsgemeinschaft.

Nach dem Film Filmgespräch mit der Regisseurin Anna Baranowski.

Veranstaltungen des Saarländischen Filmbüros in Kooperation mit der Saarland Medien GmbH und den Lichtspielen Wadern. Unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger.

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Auch im Saarland



Dokumentarfilme zeigen diverse Perspektiven, vielfältige Haltungen und haben einen gesellschaftlichen Auftrag. Dokumentarfilme wollen gesehen werden – auf der großen Leinwand, mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Dafür stehen zum zweiten Mal die bundesweiten Dokumentarfilmtage vom 13. bis 19. September 2021: LETsDOK! Insgesamt finden mehr als 100 Einzelveranstaltungen statt, oft kombiniert mit Filmgesprächen mit Regisseur*innen, oder eingebettet in Filmreihen.

Auch im Saarland wollen wir den Dokumentarfilm feiern! Daher zeigen die Saarland Medien in Kooperation mit dem Saarländischen Filmbüro und der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) e.V. vom 16.09. – 19.09.21 ausgewählte Filme und bieten die Gelegenheit, mit den Filmemacher*innen ins Gespräch zu kommen.

Das diesjährige Programm von LETsDOK im Saarland setzt sich aus folgenden Veranstaltungen zusammen:

16.9.21, 20:00 Uhr, Grenzland, Kino Achteinhalb Saarbrücken
im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Andreas Voigt und der Produzentin Barbara Etz.



Grenzland: Eine Reise entlang der Oder und der Neiße, entlang der deutsch-polnischen Grenze. Begegnungen auf beiden Seiten der Flüsse. Erkundungen. Geschichten vom Rand – doch aus der Mitte Europas. Arbeit, Heimat, Liebe. Menschen, ihre Geschichte und ihre Landschaft. Im Süden Niederschlesien – dort, wo Polen, Deutschland und Tschechien einander treffen, in der Mitte das flache Land an der Oder, im Norden das Stettiner Haff. Eine Reise im Grenzland. Bewegungen und Geschichten im Grenzland zwischen Polen und Deutschland – mit seinem neuen Film knüpft Andreas Voigt thematisch an seine Arbeit „Grenzland – Eine Reise“ von 1992 an.

Weitere Vorstellung: 18.9.21, 20:00 Uhr, Kino Achteinhalb Saarbrücken
17.9.21, 20:00 Uhr, Haeberli, Überleben, Der übers Meer kam, Kinowerkstatt St. Ingbert, in Kooperation mit dem Bundesfestival Junger Film

  

Das Bundesfestival junger Film zeigt eine Auswahl aus dem diesjährigen Festivalprogramm und führt durch den Abend.
Haeberli von Moritz Müller-Preißer: Adolf Haeberli hat seit dem Tod seiner Mutter nie wieder aufgeräumt. Er sei schon für Ordnung, doch solle man sich auf das Wesentliche konzentrieren: Täglich verfasst er zwischen Bergen von Zeitungspapier zahllose Briefe auf seiner klappernden Schreibmaschine. Er kämpft gegen den Politapparat der Gemeinde. Dabei dreht sich alles um sein kaputtes Haus, mitten im schicken St. Moritz. Ein Portrait über das Recht auf unordentlichen Eigensinn im Dorf, im Haus und im Kopf.
Überleben von Lara Milena Brose & Kilian Armando Friedrich: Nach Jahren eines körperlich zersetzenden Alltags will Leon endlich seine Heroinsucht besiegen. Sein Ziel: Überleben. Nach einem missglückten Tankstellenüberfall hofft der 25-Jährige in einer Therapieeinrichtung  darauf, nochmal ins Leben zu finden. Der unter körperlichen Alterserscheinungen leidende Hans-Joachim hat Angst vor dem Sterben. Sein Ziel: Das ewige Leben. 
Der 78-jährige Künstler hofft, sich mit Hilfe seiner Tagebücher zu einem Homo Digitalis transformieren zu können. Beide stecken in einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit dem  eigenen Körper, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Der Film widmet sich dem Alltag zweier Menschen, die scheinbar nicht mehr verbindet, als Vater und Sohn zu sein.
Der übers Meer kam von Jonas Riemer: Der animierte Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines DDR-Flüchtlings, der zum Neu-Rechten wird. In einem Faltboot flieht er über Dänemark bis in die BRD, wo die Erzählung ins Düstere kippt. Seine neu erlangte Freiheit schlägt in Orientierungslosigkeit um. Erst in einer aufkeimenden nationalistischen Bewegung findet die Hauptfigur eine neue Heimat. Der Film stellt die elementare Frage: Woher kommt die Angst vor dem Fremden und der Wunsch nach Abschottung wirklich?
17.9.21, 20:00 Uhr, Die Kundin, Die Frau ohne Eigenschaften, Als die Kohle verschwand, Filmatelier Hochschule der Bildenden Künste Saar, Aula

     

Camilo Berstecher, Siwei Li und David Rohner präsentieren ihre Filme
Die Kundin von Camilo Berstecher: Ein Porträt über das inspirierende Leben von Marlies Krämer, einer deutschen Feministin, die seit mehr als 30 Jahren für die Gendergerechtigkeit in der deutschen Sprache kämpft. Unermüdlich und entschlossen streift sie ihre Vergangenheit als entmündigte Ehefrau der 1970er-Jahre ab. Seither verfolgt sie beharrlich ein Ziel: in Sprache und Wort als Frau erkennbar zu sein. Erfolge und Rückschläge begleiten diese Geschichte einer gut gelaunten Kämpferin.
Die Frau ohne Eigenschaften von Siwei Li. ist ein elfminütiger Essayfilm, ein tagebuchartiges Erfahrungsprotokoll einer chinesischen Frau, die seit drei Jahren in Deutschland lebt. Dabei taucht die Identitätsfrage auf, der sich die Erzählerin stellen muss.Die Hauptprotagonistin Luna erzählt auf Tonspur von ihrem Alltag – von ihren Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, wie den flüchtigen Kontakten beim Einkaufen. Dabei versucht der Film das Fremdsein nachvollziehbar zu machen.
Als die Kohle verschwand von David Rohner: Ein Dokumentarfilm über den ehemaligen Steinkohlebergbau im Saarland und der Grenzregion zu Frankreich. Der Film begleitet ehemalige Bergleute, die ihr Leben dem Bergbau gewidmet haben bzw. direkt mit ihm in Berührung waren und noch heute an ihrer Vergangenheit festhalten, an ehemalige Standorte die von besonderer Bedeutung für sie sind. Darunter sind z.B. (teilweise verfallene) Grubengelände, Berghalden aber auch private Orte an denen sichtbar wird, wie die Menschen versuchen, ihre Erinnerung an diese vergangene Zeit zu verarbeiten oder gar wieder aufleben zu lassen. Es werden Fragen behandelt, wie z.B. der Umgang mit der konstanten Gefahr an einem solch schwierigen Arbeitsplatz und der damit einhergehenden Maschinerie stattgefunden hat – mit genauem Blick auf Abläufe und Prozesse aus dem Leben der Protagonisten. Wie kam es eigentlich zur Entscheidung, unter Tage zu arbeiten? Ein weiteres Thema ist das Festhalten an der Kultur, welche in der langen Geschichte des Bergbaus im Saarland begründet liegt. Und natürlich lernen wir die Menschen hautnah kennen und finden heraus wie es ihnen heute geht und was sie antreibt.

18.9.21, 20:00 Uhr, World Taxi, Thalia Lichtspiele Bous

   

im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Philipp Majer.

World Taxi von Philipp Majer, D 2019, 82 min.
Fünf Taxis, fünf Städte. Bangkok, Prishtina, Dakar, El Paso und Berlin. 24 Stunden im Leben der Taxifahrer·innen. Zwischen Vordersitz und Rückbank.
Destan aus Prishtina, der Hauptstadt des Kosovo, erlässt auch mal das Taxigeld, während Mamadou aus Dakar mit seinen Gästen über Zweit- und Drittfrauen diskutiert.
Bangkok ist ein hartes Pflaster, auf dem sich Tony durchschlägt, während in Berlin Taxifahrerin Bambi la Furiosa die aufgeputschten Gäste ins  Berghain bringt und in El Paso kutschiert der väterliche Sergio Amerikanerinnen in Magenverkleinerungskliniken.
Es offenbart sich Alltägliches und Privates, Banales und Intimes. Der Rhythmus der sich öffnenden und schließenden Taxistüren verbindet die Geschichten und zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten quer über den Globus hinweg.
19.9.21, 11:00 Uhr, Das geheime Leben der Bäume, Thalia Lichtspiele Bous

Das geheime Leben der Bäume von Jörg Adolph, D 2020, 97 Min. 
Die ganze Welt spricht über die Umwelt und hört dabei oft der Natur selbst gar nicht zu. Ein Mann hat sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern, und damit Millionen erreicht. In DAS GEHEIME LEBEN DER BÄUME öffnete uns Peter Wohlleben die Augen über die verborgene Welt des Waldes. Constantin Film bringt den Bestseller jetzt auf die große Leinwand – ein unterhaltsames Portrait, bildgewaltig und faszinierend. Es wird Zeit, den Wald auch im Kino zu entdecken.