Filmwerkstätten aktuell

5.11.2021, 20:00 Uhr, Filmwerkstatt mit Philipp Majer und Lukas Ratius

Am Freitag, den 5. November um 20:00 Uhr zeigt das Saarländische Filmbüro „18 + Deutschland“ im Rahmen einer Filmwerkstatt im Kino Achteinhalb. Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit den Regisseuren Philipp Majer und Lukas Ratius und dem Publikum statt, zu dem auch die RedakteurInnen Kerstin Woldt und Martin Schindel vom SR anwesend sein werden.. Moderation: Lydia Kaminski

Buch & Regie: Lukas Ratius & Philipp Majer, Kamera & Schnitt: Philipp Majer, Colorgrading: Daniel Fuchs, Tonmischung: Oliver Achatz, Übersetzung: Atef Alamir Ahmad, Colin Kaesekamp, Véronique Verdet, Musik: Don114, Datashock, Oliver Achatz, Paul Ziesche, Redaktion: Martin Schindel (SR), Kerstin Woldt (SR), Ute Beutler (rbb), Thomas Beyer (MDR), Länge: 90 Minuten, eine Produktion von Bunkhouse Film im Auftrag der ARD. Gefördert mit Mitteln von Saarland Medien.

Doha, Jakob, Erik, Laura und Yannick. Fünf junge Menschen mit deutschem Pass. Sie leben in ganz verschiedenen Regionen und sind in sehr unterschiedlichen Lebenswelten zuhause. Ihre Gemeinsamkeit: Alle sind 18 oder nur wenig älter. Der Film „18+ Deutschland“ begleitet die Protagonistinnen und Protagonisten über einen Zeitraum von einem Jahr und schaut ihnen im Alltag bei den ersten Schritten des Erwachsenwerdens zu. Was erwarten diese jungen Menschen der Generation Z? Was bewegt sie, wovon träumen sie, wovor haben sie Angst? Und was halten sie von dem Staat, in dem sie leben?

PHILIPP MAJER wurde 1982 geboren und wuchs in Rodalben bei Pirmasens auf. Er lebt als freiberuflicher Dokumentarfilmer in Saarbrücken. Sein mittellanger Dokumentarfilm SMAJ (2015) wurde auf dem Jaipur International Film Festival in Indien als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Die Kleinstadt (2018) ist ein Dokumentarfilm über Pirmasens und gewann den Special Jury Award auf dem Germany International Film Festival in München. Sein Dokumentarfilm World Taxi (2019) gewann den Award für den besten Dokumentarfilm auf dem South Texas International Film Festival 2019.

LUKAS RATIUS wurde 1989 in Saarbrücken geboren. Nach einer Phase der Orientierungslosigkeit schaffte er mit der Aufnahme an die Hochschule der Bildenden Künste Saar im Jahr 2011 den Befreiungsschlag aus der Leih- und Zeitarbeit. 2017 diplomierte er im Studiengang Kommunikationsdesign mit der Fotoreportage Taranto: Raffo, Cozze e Scontri, ein Portrait über die süditalienische Stadt Taranto und ihre Fußballfans. Seitdem lebt und arbeit er als freier Fotograf in Saarbrücken.


30.09.2021, 20 Uhr Filmwerkstatt mit Jonathan Rescigno

Am Donnerstag, 30.09.2021, um 20:00 Uhr zeigt das Saarländische Filmbüro den Film „Grève ou crève“ (strike or die) des Filmemachers Jonathan Rescigno im Rahmen einer Filmwerkstatt im Kino Achteinhalb.

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch zwischen dem Regisseur Jonathan Rescigno mit dem Publikum statt. Moderation: Lydia Kaminski vom Saarländisches Filmbüro.

Abendfüllender Dokumentarfilm / 93 Min / Frankreich, Februar 2020 / OmU
Regie / Buch : Jonathan Rescigno, Kamera : Hervé Roesch et Jonathan Rescigno, Ton : Jérémie Vernerey, Schnitt : Jérôme Erhart, Sound Design : Jérôme Petit, Ton Mischung : Simon Apostolou, Farbmischung : Damien Pelletier-Brun, Musik : Manfred Miersch et Jonathan Rescigno, Produktion : François Ladsous

In seiner Heimatstadt, einem ehemaligen Industriestandort in Lothringen, folgt Jonathan Rescigno einzelnen Menschen und verbindet deren Geschichten lose miteinander. Zwei Freunde, Söhne arabischer Einwanderer, hängen auf Jahrmärkten und in Diskotheken rum. Ein Mann stiftet dem Bergbaumuseum Nebelgranaten und Schutzhelme, es sind Erinnerungsstücke an die Streiks der Minenarbeiter der Bergwerke in den 1980er und 90er Jahren. Ein anderer hatte einen Arbeitsunfall und weiß nicht, wie er auf eine Falschaussage seines Chefs im Versicherungsbericht reagieren soll. Ein älterer Boxtrainer unterrichtet junge Boxer*innen und bereitet sie auf den Kampf vor. Zwischen diese Stränge wird Videomaterial aus dem Archiv geschnitten, das die eskalierenden Streiks der Minenarbeiter*innen zeigt. Nach und nach bilden sich Beziehungen zwischen den Geschichten heraus. Fragen nach dem Arbeitskampf, der Solidarität und den Verschiebungen dieser Begriffe in der Gegenwart kommen auf. Immer wieder ziehen Nebelschwaden durch den Film, durch Arbeitersiedlungen, durch ein Museum, durch das einstige Hauptquartier der Werke: Ist der Kampf vorbei? Schwelt er noch immer? Oder braut sich etwas Neues zusammen?

Jonathan Rescigno – Biografie

Jonathan Rescigno wurde 1980 in Forbach geboren, eine Region, die von turbulenten Grenzen und sozialem Aufruhr geprägt ist. Nach seiner Ausbildung in Kunst und Kino in Metz und Straßburg begann er mit Kurzfilmen und Videoinstallationen.
2013 wurde seine Videoinstallation „Avec vue sur la mer“ (With a view of the sea) in der „Cutlog Contemporary“ Kunst-Messe in New York präsentiert. Seine Arbeit „Berlin Answering“ wurde 2014 beim Berlin Art Prize ausgewählt. „Strike or Die“ ist sein erster Feature-Dokumentarfilm.


14.07.2021, 20 Uhr und 15.07.2021, 17 und 20 Uhr:
Saarländische Filmwerkstatt mit Alison Kuhn

Am 14.07. und 15.07. stellt das Saarländische Filmbüro in Kooperation mit dem Filmfestival Max Ophüls Preis (Max Ophüls Sommerkino) die Arbeit der Regisseurin und Schauspielerin Alison Kuhn im Rahmen eines Filmwerkstatt – „Double Features“ im Kino achteinhalb in Saarbrücken vor.
Im Anschluss an die Vorführungen findet ein Gespräch zwischen der Regisseurin und Lydia Kaminski (Saarländisches Filmbüro e.V.) statt.

14.07. 20 Uhr: KURZFILMPROGRAMM MIT KURZLESUNG

DAS LEBEN IST SONNIG UND SCHÖN

C Filmuniversität Babelsberg

D 2020, R: Christian Zipfel, B: Alison Kuhn, K: Jonas Römmig, D: Anton Spieker, Alexander Hörbe, Friederike Jaglitz, Regine Hentschel, Christine Neubauer, 27 Min

Der aufstrebende Jungjurist Tobias steckt in den letzten Zügen seiner Doktorarbeit. Beinahe hätte er dabei den Geburtstag seiner großen Schwester Mitzi verpennt. Um seiner Familie zu versichern, dass er seine Wurzeln jedoch niemals vergessen würde, rast er aus der Hauptstadt in das heimatliche Dörfchen im tiefsten Brandenburg. Die Party steigt in dem Behindertenheim, in dem Mitzi seit Kurzem wohnt. Nach einem getanzten Sonnenritual, einer unerwarteten Begegnung mit einer Hundeplazenta und einem brachialen Wutausbruch vor seiner Familie steht Tobias’ berufliche Zukunft als elitärer Anwalt für Europarecht auf dem Spiel.

SAISON DU CYGNE – ZEIT DES SCHWANS

D 2019, R: Alison Kuhn, K: Antonia Pepita Giesler, Sch: Honorata Szulakowska, 15 Min

Für die Französin Chloé ist es die erste Spielzeit im Ensemble des Staatsballetts. Die Presse zelebriert sie als „Berlins ersten schwarzen Schwan» und rückt ihre afrikanischen Wurzeln ins Rampenlicht. Chloé sieht es als großes Privileg, Teil dieser weltbekannten Company sein zu dürfen. Umso härter trifft es sie, als sie sich unerwartet verletzt und ihr neues Engagement auf die Probe gestellt wird.

5 Min Lesung aus dem Drehbuch „Herrgottscheißerchen“, das von den Saarland Medien gefördert wurde, mit den Schauspieler*innen Eva Coenen und Nicolas Bertholet.

15.07. 17 und 20 Uhr : THE CASE YOU (Max Ophüls Preis)

Copyright Pia Lamster

D 2020, R: Alison Kuhn, B: Alison Kuhn, K: Lenn Lamster, M: Dascha Dauenhauer, Sch: Christian Zipfel, D: Isabelle Bertges, Gabriela Burkhardt, Aileen Lakatos, Lisa Marie Stoiber, Milena Straube, 80 Min, Dokumentarfilm, FSK: nicht geprüft

Fünf Schauspielerinnen verbringen zusammen einige Tage in einem Theatersaal. Sie sind alle in ihren Zwanzigern und haben vor über vier Jahren an einem Casting teilgenommen, bei dem es zu systematischen Übergriffen sexueller und gewaltsamer Natur gekommen ist. Auch Alison Kuhn war damals eine der Bewerberinnen. Wie viele ihrer Kolleginnen versuchte sie, diesen Tag so schnell wie möglich zu verdrängen. Da der Regisseur, der das Casting leitete, den Missbrauch jedoch fortführte, indem er aus dem gedrehten Material einen eigenen Film montierte, brennt aktuell ein Rechtsstreit zwischen Produktionsfirma und Schauspielerinnen. An die Öffentlichkeit ist kaum etwas gelangt.

In dem geschützten Raum brechen die Frauen nun ihr Schweigen und ergründen gemeinsam, was damals geschah und was die Geschehnisse für ihre Gegenwart bedeuten. (Filmfestival Max Ophüls Preis 2021)

Alison Kuhn ist eine deutsch-vietnamesische Regisseurin, Schauspielerin und Autorin. Sie wurde 1995 in Saarbrücken, Deutschland, geboren. Nach abgeschlossener Schauspielausbildung nahm sie ein Studium der Regie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Potsdam auf. Kuhn ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und Preisträgerin des Bundespreises für junge Lyrik „lyrix“ sowie des Deutschen Dokumentarfilmpreises für Kunst und Kultur. THE CASE YOU ist ihr Langfilmdebüt, mit dem sie den Max Ophüls Preis für beste Musik in einem Dokumentarfilm und den Student Award des DOK.fest München gewonnen hat.

In der Reihe “Filmwerkstatt” lädt das Saarländische Filmbüro e.V. in Zusammenarbeit mit dem kino achteinhalb Filmschaffende aus der (Groß-)Region ein, ihre Filme zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.


Am 26.06.2021 um 18:00 und 21:00 Uhr stellt das Saarländische Filmbüro die dreiteilige Doku-Serie „Kurzzeitschwester“ von Philipp Lippert im Rahmen einer Saarländischen Filmwerkstatt im Kino Achteinhalb vor.

DE 2021 / 3×25 Minuten / Produktion: DRIVE beta / Executive Producer: Johannes Middelbeck, Hannes Jakobsen / Herstellungsleitung: Florian Schumann / Produktionsleitung / Regie-Assistenz: Maximilian Schürmann / Director of Photography: Alina Kolosova / Ton / Sounddesign / Mische: Zak Allum / Editor: Martin Langhof / Musik: Hempel & Firmont / Produktionsleitung NDR: Frederik Keunecke / Redaktion NDR: Domenica Berger / Team-Assistenz: Olivia Samnick / Gefördert durch: Saarland Medien

Kurzzeitschwester Eine Serie von Philipp Lippert
Stell dir vor, du hast eine Schwester und von einem auf den anderen Tag ist sie verschwunden. In deiner Familie wird seitdem nicht mehr über sie gesprochen. 17 Jahre lang. So erging es dem jungen Dokumentarfilmer Philipp Lippert mit seiner Pflegeschwester Vanessa. Sie wurde zum Tabuthema. Bis sich Philipp schließlich auf die Suche nach ihr begibt und Fragen stellt: Warum ist Vanessa damals verschwunden? Und was ist aus ihr geworden? Die dreiteilige Doku-Serie „Kurzzeitschwester“ zeigt den Filmemacher bei seiner aufwühlenden Suche nach seiner verlorenen Schwester und gewährt dabei tiefe Einblicke in das bewegende Gefühlsleben einer Familie, die bis heute mit einer schicksalhaften Entscheidung zu kämpfen hat. Rückblende. 2002 ist Philipp fünf Jahre alt, seine Schwester Vanessa vier. Sie spielen zusammen, streiten zusammen, laufen Händchen haltend durch den Garten. Sie sind Geschwister und doch irgendwie nicht: Sie verbringen gemeinsame Urlaube in Frankreich, feiern Karneval mit den Eltern, basteln mit dem Großvater. Bis zu dem Moment, in dem Vanessa plötzlich aus Philipps Leben verschwindet. Sechs Jahre ist Philipp damals alt. Genaueres weiß der heute 24-Jährige nicht. Das Thema wurde zum Tabu in seiner Familie, denn Vanessa, die als Pflegekind zu den Lipperts kam, wurde nach zweieinhalb Jahren wieder abgegeben – entgegen aller guten Vorsätze der Familie, Vanessa bei sich aufwachsen zu lassen. In „Kurzzeitschwester” begibt sich Philipp Lippert 17 Jahre nach Vanessas Verschwinden auf die Spuren seiner Familiengeschichte. Er versucht, die Beweggründe zu verstehen, warum seine Eltern Vanessa damals zurückgegeben haben. In intensiven und emotionalen Gesprächen arbeitet Philipp die Familiengeschichte mithilfe seiner Eltern und Großeltern auf. Dabei begegnet er den Traumata seiner Eltern und erfährt zum ersten Mal von ihren (Selbst-)Vorwürfen und Ausflüchten – und ihrer Angst vor Kritik von außen. „Kurzzeitschwester“ zeigt seltene und intime Einblicke in das soziale Konstrukt Familie: Es geht um generationsübergreifende Traumata, unterbewusste Wünsche, Schuldgefühle und Versagensängste. Und um Philipps großen Wunsch, seine eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten und Vanessa nach all den Jahren wiederzufinden. Wird es ihm gelingen? Sein Debüt-Dokumentarfilm “Jordanien – Land der Geflüchteten” wurde in Deutschland in mehr als 12 Kinos aufgeführt, unter anderem auch im Filmhaus Saarbrücken. Die Doku-Miniserie “Kurzzeitschwester” ist seine erste Auftragsproduktion für die ARD.

Philipp Lippert
Der 24-jährige Dokumentarfilmer ist im Saarland groß geworden. Seine ersten Berührungspunkte mit dem Medium Film hatte Philipp in seiner Jugend beim Saarländischen Rundfunk und dem ZDF-Lokalstudio in Saarbrücken. Später arbeitete er für lokale Medien wie den Saar.Amateur und das Wo-chenmagazin Forum, auch während seines Journalistikstudiums in Dortmund blieb er so der Heimat verbunden. Nach einem Volontariat im NRW-Lokalfunk mit entsprechender Sprechausbildung, einer Station beim europaweiten TV-Sender Euronews ist er nun als freier News- und Dokuproducer für ARD und ZDF in London tätig. Dort beendet er im September auch sein Masterstudium in Documentary Filmmaking an der Goldsmiths University of London. Sein Debüt-Dokumentarfilm “Jordanien – Land der Geflüchteten” wurde in Deutschland in mehr als 12 Kinos aufgeführt, unter anderem auch im Filmhaus Saarbrücken. Die Doku-Miniserie “Kurzzeitschwes-ter” ist seine erste Auftragsproduktion für die ARD.

In der Reihe “Filmwerkstatt” lädt das Saarländische Filmbüro e.V. in Zusammenarbeit mit dem kino achteinhalb Filmschaffende aus der (Groß-) Region ein, ihre Filme zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.


Mittwoch, 21. April 2021, 17:30 und 20:00 Uhr, Filmwerkstatt mit Mirko Tomic und Markus Rupp

Das Saarländische Filmbüro stellt den Film “Der Soldatenmord von Lebach” von Markus Rupp und Mirko Tomic vor.


Die Veranstaltung wird aufgrund der neuen saarlandweiten Regelungen im Kino Achteinhalb stattfinden können! Voraussetzung ist ein negativer tagesaktueller Test, der am Abend vorgezeigt werden muss. Mehr Informationen über den genaueren Ablauf werden im Vorfeld hier auf der Website und der Facebookseite https://www.facebook.com/saarlaendisches.filmbuero des Saarländischen Filmbüros veröffentlicht.
Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Filmgespräch mit Markus Rupp und Mirko Tomic statt.

Der Soldatenmord von Lebach
Ein Film von Markus Rupp und Mirko Tomic, 45 Min.
Fachliche Beratung: Oberstleutnant Thomas Dillschneider
Kamera: Stefan Kudzinski
Peter Michaely, Andreas Kunz, Alexander M. Groß, Frank Grundhever
Schnitt: Markus Rupp
Produktionsleitung: Wolfgang Linz
Redaktion: Barbara Lessel-Waschbüsch, Ursula Thilmany Johannsen

In der Nacht vom 19. auf 20. Januar 1969 haben zwei Männer das Munitions-Depot der Bundeswehr in Lebach überfallen. Dabei wurden drei der fünf Wachsoldaten getötet. Ein Soldat erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Ein Soldat überlebte schwerverletzt. Ein Gewaltverbrechen, das in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit ungewöhnliches Aufsehen erregte. Über die Tat wurde national und international in der Presse berichtet. Die Ermittlungsbehörden gingen zunächst von einem politischen Hintergrund des Überfalls aus: es waren bewegte Zeiten, bedingt durch die Studentenunruhen und die öffentlichen Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg. Dann meldete sich angeblich die Mafia mit einem Erpresserschreiben. Die ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY … ungelöst” brachte im April 1969 die entscheidende Wende. 25 Millionen Zuschauer sahen damals den Film-Fall des Soldatenmords von Lebach und wurden auf Details des Falles hingewiesen. Die damals sehr prominente Wahrsagerin “Madame Buchela” meldete sich und gab den Fahndern den entscheidenden Hinweis. Die Täter konnten daraufhin identifiziert und festgenommen werden. Im August 1970 wurden zwei Angeklagte wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt; der dritte Angeklagte zu mehreren Jahren
Gefängnis.

Der Film rekonstruiert den Überfall als ein Ereignis, das bis heute tiefe Spuren in der Geschichte des Saarlandes hinterlassen hat. Betroffene, Freunde und Angehörige der Opfer sprechen darüber, wie dieses brutale Verbrechen ihr Leben veränderte.

In der Reihe “Filmwerkstatt” lädt das Saarländische Filmbüro e.V. Filmschaffende aus der (Groß-) Region ein, ihre Filme zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.


Donnerstag, 25. März 2021, tagsüber und 21:00 Uhr, Filmwerkstatt online mit Hanna Fischer

Das Saarländische Filmbüro stellt die Filmemacherin Hanna Fischer online im Rahmen einer Filmwerkstatt vor.
Zwei ihrer Filme werden über den gesamten Tag von 9 bis 21 Uhr online zu sehen sein. Am Abend um 21 Uhr findet ein Filmgespräch statt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

„Der Rest ist Glückssache“  ist zu sehen unter
https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-der-rest-ist-glueckssache-100.html

Der Einwahllink zum Filmgespräch auf Zoom ist
https://us02web.zoom.us/j/86541696902?pwd=RGhZZGJKNktWWnN4eFpmNEhMMGl4Zz09
Meeting-ID: 865 4169 6902
Kenncode: 395665

Der Film „Hänsel, Gretel und Kirill“ ist passwortgeschützt.
Die Mailadresse für Anmeldungen und um den Zugangscode zum Film zu erhalten, ist kaminski@filmbuero-saar.de

DER REST IST GLÜCKSSACHE – Über Zufriedenheit im Alter
Regie: Julia Knopp, Hanna Fischer
Bildgestaltung: Stefan Sick
Montage: Katja Nguyen Thanh, David Jasim
Mischung: Holger Jung,
Musik: Meike Katrin Stein
Sprecherin: Anke Reizenstein
Produktion: Maximilian Damm (filmkombüse), Christian Stachel (ZDF)
Redaktion: Brigitte Klos
Produktionsjahr: 2016 / 2018, Länge: 30 Min.
Eine Produktion der filmkombüse in Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden- Württemberg im Auftrag des ZDF

Auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit im Alter begleitet der Film Menschen, die zeigen, dass das Leben auch über 75 viele schöne Momente und Eigenschaften hervorbringt: Gelassenheit, Ruhe und Selbstbestimmung. Das Gefühl, nicht mehr aufbauen zu müssen, sondern angekommen zu sein. Aber auch die Akzeptanz der eigenen Endlichkeit.
Der Film widmet sich einer herausfordernden Lebensphase – und findet Menschen, die diese auf ihre ganz eigene Art und Weise meistern. Persönlich, verletzlich und zugleich humorvoll geben sie Einblick in ihren Alltag im Alter. Drei Geschichten, drei Leben, drei ehrliche Mutmacher.

HÄNSEL, GRETEL UND KIRILL
Regie: Hanna Fischer
Producer: Christian Schega
Bildgestaltung: Manuel Meinhardt
Sounddesign & Mischung: Thomas Rother
Montage: Daniela Schramm Moura, Hanna Fischer
Animation: Sofia Melnyk
Redaktion: Sandra Maria Dujmovic, Joachim Lang, Katja Schalla, Karl Thumm
Produktionsjahr: 2019, 60 Minuten
Sprache: Deutsch/Englisch/Kinyarwanda mit deutschen Untertiteln
Eine Produktion des Südwestrundfunks in Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden-Württemberg

Der russische Film- und Theaterregisseur Kirill Serebrennikov wurde im April 2019 – nach beinahe zwei Jahren – aus dem Hausarrest und der damit verbundenen sozialen Isolation entlassen. Staatliche Fördergelder soll er veruntreut haben, aber das halten die meisten Kulturschaffenden für einen Vorwand, um den unbequemen Künstler unter ein Arbeitsverbot zu stellen.
Als ich Kirill ein halbes Jahr vor seiner Verhaftung kennenlerne, ahne ich nicht, dass ich eines seiner vorerst letzten Projekte in Freiheit begleiten werde: Kirill’s neue „Hänsel und Gretel“-Inszenierung an der Oper Stuttgart. Für seine Märchenversion will er einen Stummfilm in Afrika drehen, weil es für ihn “ein Albtraum ist, wenn dicke SchauspielerInnen über Hunger singen.“ Um seine Idee umzusetzen, reist Kirill mit einem Filmteam nach Ruanda und castet zwei einheimische Kinder: David und Ariane schlüpfen in die Rolle des Geschwisterpaares, das sich nicht nur im Film einer großen Herausforderung stellen muss. Auf eine unerwartete Probe wird nach den Dreharbeiten auch die Oper Stuttgart gestellt, denn noch vor der Erarbeitung der Bühneninszenierung wird Kirill in Moskau verhaftet. Wie soll es ohne Regisseur weitergehen?

Hanna Fischer wurde 1985 im Saarland geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Es folgten mehreren Hospitanzen und redaktionelle Mitarbeit bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie privaten Produktionsfirmen.
2017 beendete sie ihr Aufbaustudium im Fachbereich Regie für Fernsehjournalismus an der Filmakademie Baden-Württemberg. Bereits während des Studiums wurde sie als freie Filmemacherin tätig. „Mein Interesse gilt neben Kunst und Kultur besonders gesellschaftlichen Themen. Wie leben Menschen heute zusammen, wie gehen wir miteinander um, was treibt uns an?“

In der Reihe “Filmwerkstatt” lädt das Saarländische Filmbüro e.V. Filmschaffende aus der (Groß-) Region ein, ihre Filme zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.